Wer seine Weihnachtsgeschenke im Internet kauft, freut sich über besonders günstige Angebote. Hinter manchen Shops stecken allerdings Betrüger: Sie lassen sich für bestellte Produkte bezahlen, liefern dann aber nicht.

Haben Sie schon alle Geschenke besorgt? Kurz vor Weihnachten ist es in den Geschäften voll. Da ist es verlockend, seine Geschenke im Internet zu bestellen. Die Freude ist groß, wenn man dann noch ein Schnäppchen entdeckt.

Dabei ist Vorsicht geboten: Immer wieder kommt es vor, dass Kriminelle gefälschte Shops im Internet betreiben. Sie werben mit besonders günstigen Angeboten. Doch wer dort etwas bestellt und in der Regel per Vorkasse zahlt, erhält niemals sein Produkt.

Shops wirken oft sehr professionell

Andere Fake-Shops verschicken sogar Produkte - doch die sind gefälscht. Die Qualität ist schlecht und die Ware hat in der Regel wenig Ähnlichkeit mit den Produktbildern im Shop.

Weil die Betrüger meistens im Ausland sitzen, kann es dauern, bis solche Shops gelöscht werden. Deshalb können sie oft wochenlang agieren.

Meistens sind solche Fake-Shops überraschend professionell aufgemacht. Das soll die Käufer täuschen und Vertrauen schaffen.

"Kunden werden oft mit Produktbildern gelockt, die aus dem Internet kopiert worden sind", sagt Kriminaloberrat Harald Schmidt. Er ist Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention.

Auch Impressum und AGB sind gefälscht

Die gefälschten Shops sind nicht auf spezielle Produkte ausgelegt. "Es ist dort so gut wie alles käuflich erwerbbar", sagt der Kriminaloberrat. "Die Betrüger bieten die Waren an, die besonders in der Gunst der Käufer stehen."

Wer unsicher ist, ob ein Shop echt ist, der öffnet womöglich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) oder das Impressum der Seite. Das hilft in diesem Fall allerdings nur selten weiter.

"Die AGB sind bei gefälschten Shops oft professionell aufgemacht", sagt Schmidt. "Die Käufer werden zudem mit einem gefälschten Impressum beeindruckt."

Bewertungen anderer Käufer lesen

Weil ein Fake-Shop nur schwer als solcher zu entdecken ist, sollten Käufer misstrauisch werden, wenn die Preise für die Produkte allzu günstig sind.

Bevor man sich spontan zum Kauf entscheidet, sollte man die Preise mit denen anderer Händler vergleichen.

Helfen kann es außerdem, den Namen des Shops in eine Suchmaschine einzugeben: Falls es sich um Betrüger handelt, dann gibt es womöglich bereits Berichte oder Bewertungen anderer Kunden, an denen man sich orientieren kann.

Vorsicht bei der Zahlung über bestimmte Dienste

Oft verlangen solche Shops die Zahlung per Vorkasse für die bestellten Produkte. Das macht es schwierig, sein Geld zurückzubekommen.

"Bei Lastschriftverfahren kann man Abbuchungen noch einige Tage lang stornieren", sagt Schmidt.

Der Kriminaloberrat rät dringend davon ab, für den Kauf Zahlungsdienste wie Western Union, Paysafe oder Ukash zu nutzen. Am sichersten sei nach wie vor der Kauf auf Rechnung - aber der wird in solchen Shops fast nie angeboten.

Alle Belege über den Kauf sichern

Trotz aller Vorsicht kann es passieren, dass man in einem solchen Fake-Shop einkauft. Erhält man dann gar keine oder minderwertige Ware, sollte man sich so schnell wie möglich an seine Bank wenden.

"Vielleicht lässt sich die Zahlung noch rückgängig machen", sagt Schmidt.

Der Kriminaloberrat empfiehlt außerdem, alle Belege über den Kauf zu sichern: Dazu gehören zum Beispiel eine Bestellbestätigung oder E-Mails, die man vom Shop erhalten hat. Solche Dokumente sollte man am besten ausdrucken.

Anzeige bei der Polizei erstatten

Schmidt rät dazu, mit diesen Unterlagen zur Polizei zu gehen. "Ich empfehle allen Betroffenen Anzeige zu erstatten", sagt er.

Nur so könne man verhindern, dass auch andere Menschen auf einen gefälschten Shop hereinfallen.

"Auch wenn die Verfolgung der Täter schwierig ist, weil sie aus dem Ausland agieren, sollte man sich nicht von einer Anzeige abbringen lassen", sagt Schmidt. "Nur so kann man die Löschung dieser Shops voranbringen."

Den Deutschen winken im Jahr 2018 ein etwas höheres Kindergeld sowie geringfügig niedrigere Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung.


Comments

  1. St. Mueller

    @ Witzmann: Und hinterher meckern . . . -------------------------------------- Genau...... LOL die Unzufriedenheit wächst proportional mit dem Angebot im Internet! *zwinker*

  2. Anna Meander

    "Am sichersten sei nach wie vor der Kauf auf Rechnung". Welcher kleine Onlineshop kann sich das leisten, wenn die Kunden anschließend nicht zahlen? Zumal: Bei geringeren Beträgen wird sich kaum ein Händler mit den paar Kröten aus dem Staub machen.

  3. *****

    Dieser Kommentar wurde gesperrt und wird deshalb nicht angezeigt.

  4. Hans J. Witzmann

    # 9 Ach ja, Frau Merkel ist sicherlich auch hier schuld . . . Armes Gedankengut !

  5. Rüdiger Brandt

    Ich hab mir gestern Schuhe gekauft. Ab in Laden, anprobiert, passten, zur Kasse, bezahlt. Keiner hat mich beschissen, nichts war gefaket.

  6. Hans J. Witzmann

    >>> Immer alles sofort kaufen zu können muss nicht sein. <<< Doch ! ALLES zu JEDER Zeit, ist doch geil . . . Weihnachten schon Ostereier, im Sommer schon Weihnachtsgebäck, Blumen, Gemüse usw. usw. immer und überall möglichst per Flugzeug "frisch auf den Tisch", aber der Fluglärm, die LKW's ? Ist doch nur bei anderen. Und hinterher meckern . . .

  7. *****

    Dieser Kommentar wurde gesperrt und wird deshalb nicht angezeigt.

  8. Hans J. Witzmann

    # 4 Jan Papas per Nachnahme ? Da ist das Geld weg und man weiß nicht, was im Paket ist. Also m.E. kein "sicherer" Kauf. Ich gehe noch (altmodisch?) in den Laden. Dort kann man die Ware sehen und evtl. anfassen und dann kaufen. Habe noch nie gehört, dass man dort "betrogen" wurde ! Aber viele haben desn Satz (von MediaMarkt) intus: "geiz ist geil". Da muss man auch mit den Risiken leben !

  9. St. Mueller

    Also ich geh in einen Laden wenn ich was kaufen will...... zum Beispiel ein Buch und wenn dieses nicht vorrätig ist bestelle ich das Buch und hole es 2 Tage später ab. -------------------------------------- Immer alles sofort kaufen zu können muss nicht sein.

  10. Mario Bezani

    Noch heute gilt Großmutters Satz: Erst die Ware, dann das Geld. Es gibt immer einen Händler, der per Rechnungskauf liefert. Nur dort bestellen!

  11. Jan Papas

    Kauf auf Rechnung oder Nachnahme.

  12. *****

    Dieser Kommentar wurde gesperrt und wird deshalb nicht angezeigt.

  13. Peter Pan

    Wie wäre es, an dieser Stelle hier ein paar der fraglichen Shops genannt zu bekommen? DAS würde helfen!

  14. Sirinart Chuatrakul

    Vor 6 Wochen bin ich auf einen Händler reingefallen, war zwar nur eine Summe von unter 20 Euro. Zum Glück bekomme ich das Geld wahrscheinlich von Paypal zurück. Nach fast 500 Ebay-Amazon Einkäufen der erste Fall. Damit kann ich leben.

Leave a Reply