Den Deutschen winken im Jahr 2018 ein etwas höheres Kindergeld sowie geringfügig niedrigere Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung.

Darüber hinaus gibt es zum Jahreswechsel eine Fülle von gesetzlichen Änderungen, die unter anderem Autofahrer, Geschäftsinhaber und werdende Mütter betreffen. Einige wichtige Änderungen im Überblick:

EINKOMMENSTEUER: Der Grundfreibetrag steigt von 8820 Euro auf genau 9000 Euro. Erst ab dieser Summe müssen ledige Erwachsene ihr Einkommen versteuern.

Bei Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnerschaften verdoppelt sich der Betrag auf 18 000 Euro. Dazu kommt möglicherweise der Kinderfreibetrag, der zum Jahreswechsel um 72 Euro auf insgesamt 7428 Euro steigt. Bei Eltern bleibt dieser Betrag pro Kind und Jahr ebenfalls steuerfrei.

KINDERGELD: Das monatliche Kindergeld wird erneut um zwei Euro angehoben. Für die ersten beiden Kinder gibt es nun jeweils 194 Euro pro Monat, beim dritten Kind sind es 200 Euro und bei jedem weiteren Kind sogar 225 Euro.

Allerdings kann Kindergeld künftig nur noch für sechs Monate rückwirkend beantragt werden und nicht mehr - wie bisher - für mehrere Jahre.

KRANKENVERSICHERUNG: Der Zusatzbeitrag, den die 54 Millionen Kassenpatienten alleine zahlen müssen, sinkt im Durchschnitt aller Krankenkassen von 1,1 auf 1,0 Prozent des Bruttolohns. Die Summe kommt auf den festen Beitragssatz von 14,6 Prozent obendrauf, der je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer gezahlt wird.

HARTZ IV: Der Regelsatz für alleinstehende Hartz-IV-Empfänger steigt zum Jahreswechsel von 409 auf 416 Euro pro Monat. Bei Paaren gibt es künftig 374 Euro pro Person - sechs Euro mehr als bisher. Die monatlichen Sätze für Kinder steigen abhängig vom Alter um drei bis fünf Euro.

RENTE I: Wegen der gut gefüllten Rentenkasse sinkt der Beitragssatz für die gesetzliche Rentenversicherung zum 1. Januar von 18,7 auf 18,6 Prozent. Bei einem monatlichen Bruttoverdienst von 3000 Euro winkt Arbeitnehmern somit eine Entlastung von 1,50 Euro.

Im Juli dürfen dann die rund 21 Millionen Rentner mit deutlich mehr Geld rechnen. Erwartet wird ein Rentenplus von etwa drei Prozent.

RENTE II: Wer ab 2018 eine Erwerbsminderungsrente bezieht, weil er aus Gesundheitsgründen nicht mehr arbeiten kann, wird bessergestellt.

Bisher werden Betroffene bei der Rente so gestellt, als hätten sie bis zum 62. Lebensjahr gearbeitet. Diese Grenze wird nun stufenweise bis zum Jahr 2024 auf 65 Jahre angehoben.

RENTE III: Damit Betriebsrenten für kleine und mittlere Unternehmen attraktiver werden, entfällt zum Jahreswechsel das Haftungsrisiko für die Arbeitgeber. Den Beschäftigten muss kein fester Betrag mehr zugesichert werden. Darüber hinaus wird den Arbeitgebern ein Steuerzuschuss gewährt, wenn sie Geringverdiener bei den Betriebsrentenbeiträgen unterstützen.

Für die Bezieher einer Grundsicherung im Alter gibt es zudem Freibeträge von bis zu 200 Euro für Betriebs- und Riester-Renten.

RENTE IV: Die staatliche Grundzulage für Riester-Sparer steigt von 154 Euro auf 175 Euro. Dieser Zuschuss zur privaten Altersvorsorge wird gewährt, wenn mindestens vier Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens in ein zertifiziertes Riester-Produkt fließen.

SOZIALVERSICHERUNG: Die Bemessungsgrenze, bis zu der Beiträge auf Arbeitsentgelt oder Rente zu zahlen sind, steigt bei der Rentenversicherung auf monatlich 6500 Euro in Westdeutschland sowie auf 5800 Euro im Osten.

Bei der gesetzlichen Krankenversicherung steigt die bundesweit einheitliche Beitragsbemessungsgrenze auf 4425 Euro pro Monat. Die Pflicht zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung gilt ab 2018 bis zu einem monatlichen Einkommen von 4950 Euro.

MINDESTLOHN: Der Mindestlohn für Pflegekräfte steigt in Westdeutschland und Berlin von 10,20 Euro auf 10,55 Euro; im Osten der Republik wird er von 9,50 auf 10,05 Euro angehoben.

Im Elektrohandwerk endet mit dem Jahreswechsel die Differenzierung in Ost und West - hier liegt die Lohnuntergrenze künftig bundesweit bei 10,95 Euro. Der branchenunabhängige, gesetzliche Mindestlohn verharrt unverändert bei 8,84 Euro.

LOHNGLEICHHEIT: Um Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen zu verringern, erhalten Beschäftigte im neuen Jahr einen individuellen Auskunftsanspruch.

In Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten können Arbeitnehmer künftig Informationen darüber einfordern, wie ihre Kollegen für eine gleichartige Tätigkeit bezahlt werden. Benachteiligungen sollen so leichter erkannt und behoben werden.

MUTTERSCHUTZ: Auch Schülerinnen und Studentinnen können künftig Mutterschutz in Anspruch nehmen. Wie üblich gilt eine sechswöchige Schutzfrist vor der Geburt, in der die werdende Mutter nicht mehr arbeiten muss, sowie ein achtwöchiges Beschäftigungsverbot nach der Entbindung.

Bei der Geburt eines behinderten Kindes verlängert sich diese Frist von acht auf zwölf Wochen. Gleichzeitig soll es aber auch Ausnahmen geben, wenn die Betroffene das möchte. Es soll auch keine Arbeitsverbote mehr gegen den Willen der Schwangeren geben.

UNTERHALT: Bei minderjährigen Trennungskindern steigt der Mindestsatz beim Unterhalt. Abhängig vom Alter des Kindes und dem Einkommen der Eltern erhöhen sich die monatlichen Sätze in der neuen "Düsseldorfer Tabelle" um sechs bis zwölf Euro.

Gleichzeitig werden aber auch die Einkommensklassen reformiert, was für einige Kinder wiederum zu Einbußen führen dürfte. Beim staatlichen Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende, wo der andere Elternteil seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt, steigen die monatlichen Sätze um bis zu fünf Euro.

VERKEHR: Autofahrer müssen verstärkt auf die Sauberkeit ihres Fahrzeugs achten. Die Abgasuntersuchung wird im neuen Jahr nämlich verschärft: Anders als bisher ist die sogenannte Endrohrmessung in jedem Fall Pflicht - auch wenn bei der elektronischen On-Board-Diagnose kein Fehler entdeckt wurde.

Darüber hinaus müssen Neuwagen ab September die strengere Schadstoffklasse 6c erfüllen. Für Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 45 km/h - wie Mofas und Quads - gilt bereits bei einer Erstzulassung ab dem 1.1.2018 die verschärfte Schadstoffnorm Euro 4.

VERBRAUCHERSCHUTZ: Beim Missbrauch ihrer Kreditkarte oder ihres Online-Bankings haften Verbraucher in der Regel nur noch bis zu einem Betrag von 50 Euro statt wie bisher bis 150 Euro.

Eine Ausnahme gilt nur in Fällen von grober Fahrlässigkeit. Um dem betroffenen Kunden fahrlässiges Verhalten nachzuweisen, werden vom Zahlungsdienstleister in Zukunft allerdings zusätzliche Beweismittel verlangt.

STEUERKRIMINALITÄT: Finanzämtern ist es ab 2018 erlaubt, die Kassen in Geschäften und Gastronomiebetrieben unangemeldet zu prüfen. Die sogenannte Kassen-Nachschau soll Steuerbetrug eindämmen.

Jedes Jahr verliert der Staat hohe Summen, weil Umsätze mit manipulierten Kassen oder fingierten Rechnungen nicht oder falsch erfasst werden.

BAUVERTRAGSRECHT: Häuslebauer können den Vertrag mit einem Bauunternehmer künftig innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Zudem müssen die Bauverträge mehr Details und klare Fristen enthalten.

So muss die Baufirma unter anderem einen verbindlichen Termin angeben, zu dem das Gebäude fertig wird.

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© dpa

Comments

  1. Bernd Kreimeier

    Freunde,5€ mehr Kindergeld machen niemanden reich. Evtl lest ihr euch ja mal das Programm der AFD durch und seht mal wer den Geldadel schützen möchte. Habe die Ehre

  2. Gregor Mayer

    mehr Kindergeld ? da werden sich viele Ausländer freuen, die Kindergeld mit ihren 5 - und mehr KIndern schon längst als ein Nebenvedienst zum Geschäft machen... ( Berichte hierzu gibt es mannigfach) das Leben ist doppelt so teuer geworden, wie noch vor wenigen Jahren... da bedarf es zwingend Erhöhungen für die Armen in der Höhe, wie es zum Beispiel die Politiker ständig bekommen oder besser gesagt es selbst tun. ......

  3. Sieg Dob

    TOLL!

  4. Catrin Kanzler

    2 € mehr Kindergeld pro Monat....wow...nun können wir uns endlich mal einen Super-Urlaub leisten...oder mal einen Ausflug extra...ich schließe mich Simone an...

  5. Simone Heuser

    Danke für Nichts liebe Regierung!!

  6. *****

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  7. Marco Meyer

    @Melanie Sänger Nicht falsch verstehen , dies ist nur als Tip gemeint und keinesfalls Böse. :-)

  8. Norbert Achtel

    @Martina Zeichart #175 , Ich meine damit , das die Wirtschaft , die Weltweit agierenden Global Player , mit ihrem Raubtierkapitalismus, die wirklich Schuldigen sind an Armut , Krieg und ehlend. Fragen sie sich warum in, z.B. den Afrikanischen Ländern, in denen es die größten Bodenschätze gibt , die meisten Menschen hungern und die meisten Kinder sterben. Fragen sie sich , warum in diesen Ländern so viele Kinder geboren werden. Machen sie sich klar , das es in diesen Ländern keine Soziale Versorgung gibt , das Schulen , Krankenhausbesuche und Medizin viel Geld kostet und die Kinder oft die einzige Hoffnung auf eine Versorgung im Alter sind. Deswegen gibt es dort mehr Kinder, ein Kind wird es vielleicht schaffen und eine Ausbildung machen und damit die ganze Familie ernähren. Das ist die Realität und an diesen zuständen sind wir alle beteiligt mit unserm billig Konsum aber vor allem , die Konzerne denen Profit vor den Menschen geht und diese Länder gnadenlos Ausbeuten. Wir sogar mit dem Raubtierkapitalismus dafür , das es auch immer mehr Wirtschaftsflüchlinge gibt. Also wenn schon getreten wird dann doch mal nach oben , adressieren an die Konzerne und Banken gerichtete Kritik, statt Flüchtlinge und Asylanten für die Misäre verantwortlich zu machen. Solange die Ursachen nicht bekämpft werden , z. B. mit fairen Handel, wird das Problem nicht gelöst.

  9. Marco Meyer

    Melanie Sänger Ja und warum schreiben Sie das nicht der Krankenkasse, welche Sie damit abzockt? Und schreiben das mir? Ich versuchte ja nur daruaf zu erklären und das Eigentlich nur am Rande. Ich kenne diese Problem. Werden Sie einfach Aktiv und fangen den Protest doch mal selber an ? Hm? Betreiben Sie Nervekrieg in Form von Postialischen Anschreiben. Warum denn für Tabletten (hoch Teuer) nicht die OP in betracht ziehen, wenn doch Aussichtsvoller , als noch nicht zugelassene Medikamente verwähren usw. Nerven Sie doch mal den Betreiber oder wechseln Ihn. Haben Sie eine Rechtschutzversicherung, selbst diese kann hinzugezogen werden mit Aussicht auf Erfolg. Werden Sie nicht hier Aktiv, sondern an der Stelle wo es Sinn macht. Stellen sie die Verantwortungsvollen zur reden, bzw. zwingen Sie sie dazu. Das bringt mehr als hier zu schreiben. Viele Grüße

  10. Jens Presshammer

    @Thorsten Seitz zu #191: Warum wählt ihr dann alle immer wieder diejenigen, die es immer wieder gegen Willen des deutschen Volkes entscheiden? Warum? Um nachher richtig jammern zu können? Habt ihr sonst keine anderen Sorgen?

  11. Rita Schon

    Frau Sänger,leider geht es vielen so und ich bin der Meinung Arbeit muss sich lohnen,so wie von Politik immer getönt. Daher müssen Löhne und Renten auch höher sein als Grundsicherung,damit diese Sorgen wegfallen.

  12. *****

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  13. achim benzler

    Armes kaputtes Deutschland!!! Das "große Deutschland" hat soooo viel Geld und trotzdem sind wir einfach nur Arm dran...Scheiss Politik(er)...Alle Kopfsch...!!

  14. Theo Henry Wurst

    Glauben Sie das was hier als Offerte eines neoliberalen Kartells...mit dem Namen GroKo angeboten wird. Ich sage Ihnen, das ist alles Lüge..

  15. Mark Sommer

    @188 Die wundern sich dann, Sachsen so viel blau wählt.

  16. Mark Sommer

    Mehr Kindergeld? Wem kommt dss zu gute? Das sind doch keine Reformen!

  17. Thorsten Seitz

    @ #168 Norbert Achtel .... So ein Unsinn. Die Straftaten haben sich vermehrt, in der Realität und in den Statistiken. Dland ist leider ein Anziehungspunkt für alle die nicht durch legale Arbeit zu Geld kommen wollen, denn (fast) nur hier gibt es ja was zu holen .... noch. Dland müsste sich viel besser "abschotten". Leider steht uns da unsere ... nein die unserer Großväter unsägliche Zeit des dritten Reiches im Weg. Leider hat man panikartig festgelegt, dass alle kommen dürfen. Das wird "uns" in der Zukunft noch das soziale wie wirtschaftliche Genick brechen.

  18. Melanie Sänger

    @Marco Meyer vielen Dank für diese nette Rückmeldung.Gehen wir Mal zur Krankenkasse da sie das so schön Absprachen mit all den Überschüssen,ich bräuchte eine OP da ich unter einer Krankheit leide die zwar als Krankheit annerkannt ist aber bei den Krankenkassen die rechtlichen Systeme darüber nicht geklärt sind und die op für die Kassen nicht als Notwendigkeit zählt.es gibt Medikamente dafür ich schäme mich die Krankheit beim Namen zu nennen die mich sehr belastet eine OP könnte diese stoppen kostet 1280 euro,das Medikament ist aber nicht als Dauermedikation zugelassen kostet mich bei 20 Tabletten 5 euro Zuzahlung das die Packung kostet wenn es die Kasse nicht übernehmen wurde an die 30euro ich brauche also alle 20 Tage eine neue.diese einmalige OP diese obengenannte Summe wenn ich die Tabletten Mal aufs Jahr ausrechnen würde es die Kasse rund 548 Euro kosten wenn ich das auf zwei Jahre summieren bin ich fast bei den Kosten für die op die ich nur einmal brauchen würde vor allem wäre damit die Sache erledigt und die Krankheit beendet aber nein da lieber zahlen sie dauerhaft die Kosten für das Medikament als einmal für die Behandlung.

  19. Mario Blohm

    @Marlies Borm Ich habe noch keinen Wurststand auf Weihnachtsmärkte gesehen, die halbe Bratwürste verkaufen. Geben Sie Ihrem Kind doch bitte die eingesparten 1,50 € von dem Rentenbeitrag dazu, dann kommt das Geld für eine ganze Bratwurst zusammen - mit Senf! Guten Appetit ;-)

  20. Peter Döring

    Der Mindestlohn für Pflegekräfte steigt in Westdeutschland und Berlin von 10,20 Euro auf 10,55 Euro; im Osten der Republik wird er von 9,50 auf 10,05 Euro angehoben Der Witz des Jahres - Unterschied wie Mann und Frau so auch Ost und West - Wo kommt ihr her Ihr schlauen Politiker das Ihr diesen Unterschied zulässt ? Diese Lachnummer haben Schulz und Pack angefangen und Merkel Ihre Bande treiben es weiter - Ihr solltet Euch schämen die Arbeitskräfte im Osten 2. Klasse abzustempeln - ob nun in Braunschweig oder Schwerin es ist die gleiche Arbeit ! IHR Politiker Seit die größten WIXER

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