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Vor fünf Jahren begannen in der Ukraine Massenproteste. Sie führten zu einem Machtwechsel und haben einen Konflikt mit dem Nachbarn Russland zur Folge, der bis heute anhält. Ein Überblick. (Mit Material der dpa/thp)

November 2013: Die ukrainische Regierung kippt die geplante Unterzeichnung des Partnerschaftsabkommens mit der Europäischen Union. Spontan versammeln sich proeuropäische Demonstranten in Kiew.
Dezember 2013: Hunderttausende protestieren Tag und Nacht auf den Straßen der Hauptstadt, die Polizei beginnt dagegen vorzugehen. Gebäude werden besetzt, auf dem Unabhängigkeitsplatz (Maidan) errichten die Menschen ein Protestlager mit Barrikaden.
Januar 2014: Die EU versucht zu vermitteln, dennoch eskaliert die Lage.
Kurz danach flieht der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch nach Russland.
Moskau greift wenig später militärisch auf der Schwarzmeerhalbinsel Krim ein und besetzt auch das Parlament.
März 2014: Russland hält ein international nicht anerkanntes Referendum auf der Krim ab und gliedert sie als Landesteil ein. Die EU und die USA verhängen Sanktionen gegen Russland.
April 2014: Im Osten und Süden demonstrieren Zehntausende für eine Föderalisierung und den Anschluss an Russland. Im Donbass wird die "Volksrepublik Donezk" ausgerufen, Luhansk folgt dem Beispiel. Kiew verkündet eine Antiterroroperation in diesen Gebieten.
Mai 2014: Der Oligarch Petro Poroschenko wird Präsident der Ukraine.
Juli 2014: Über dem Separatisten-Gebiet wird ein Passagierjet der Fluglinie Malaysia Airlines auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur mutmaßlich mit einer russischen Rakete abgeschossen. Alle 298 Menschen an Bord sterben. Der Westen verschärft seine Sanktionen gegen Russland.
Februar 2015: In Minsk wird unter anderem unter deutscher Vermittlung ein Friedensplan ausgehandelt. Der Westen bindet die Aufhebung der Russland-Sanktionen an das sogenannte Minsker Abkommen.
September 2017: Das Assoziierungsabkommen mit der EU tritt in Kraft. Es erlaubt der Ukraine sich stärker am europäischen Binnenmarkt zu beteiligen. Allerdings muss das Land sich dafür sowohl wirtschaftlichen als auch rechtlichen Reformen unterziehen.
April 2018: Die Antiterroroperation wird zwar offiziell umbenannt, ein Ende des Konflikts ist aber nicht in Sicht. Bislang sind nach UN-Angaben mehr als 10.000 Menschen getötet worden.
November 2018: Die russische Küstenwache verweigert Patrouillenbooten der ukrainischen Marine die Durchfahrt in der Meerenge von Kertsch vor der annektierten Halbinsel Krim. Die drei ukrainischen Schiffe werden aufgebracht, 24 Matrosen festgesetzt. Dabei fallen auch Schüsse. Gegen einige Seeleute wird eine zweimonatige Untersuchungshaft verhängt.
Nach dieser Konfrontation im Asowschen Meer versetzt Poroschenko seine Streitkräfte in volle Kampfbereitschaft und ruft zudem das Kriegsrecht aus.
Der ukrainische Präsident verschärft den Ton im Konflikt mit Russland. Er warnt vor der Gefahr eines russischen Einmarschs in sein Land. Er betont in einem TV-Interview: "Dem Land droht ein großangelegter Krieg mit der Russischen Föderation." Russland hingegen hat einen Krieg gegen die Ukraine eigenen Angaben zufolge nie als Perspektive betrachtet.

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