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Vergangene Woche staunten die Zuschauer der Fernsehshow "Die Höhle der Löwen" nicht schlecht, als drei Gründerinnen ihr neues Produkt vorstellten: veganes Hundefutter. Doch macht diese Art der Ernährung für Tiere überhaupt Sinn? Wir haben eine Expertin gefragt.

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Vegane und vegetarische Ernährung liegt im Trend. Viele Menschen verzichten bewusst auf Fleisch und tierische Produkte in ihren Mahlzeiten, aber ist diese Ernährungsmethode auch für Hunde oder Katzen geeignet?

Wissenschaftlich fundierte Studien zu dem Thema gebe es nicht, erklärt Susan Kröger von der tierärztlichen Ernährungsberatung in Berlin. Empfehlen würde die Fachtierärztin für Tierernährung veganes Tierfutter allerdings nicht, auch wenn es Hunden grundsätzlich nicht schadet.

Erwachsenen Hunden schadet veganes Futter nicht

"Einen gesunden, ausgewachsenen Hund kann man sehr wahrscheinlich vegan ernähren, sofern die Kost alle wichtigen Nährstoffe enthält, wissenschaftliche Langzeitstudien liegen allerdings nicht vor", so Kröger.

Diese Dinge lassen Ihren Hund garantiert vor Freude hüpfen.

"Bei einer Katze würde ich eine vegane Ernährung hingegen komplett ablehnen." Diese sei – anders als der Hund, dessen Ernährung nicht ausschließlich auf Fleisch beruhen muss – ein strikter Fleischfresser.

Ein Verzicht auf tierisches Futter könne bei Katzen daher Erkrankungen wie beispielsweise Augen- oder Herzprobleme zur Folge haben.

Zwar wäre es auch bei Katzen unter Umständen möglich, ihren Bedarf an bestimmten Nährstoffen, wie beispielsweise die essenziellen Aminosäuren, mit veganem Futter abzudecken. Allerdings lehne die Tierärztin eine vegane Ernährung bei Katzen auch aus ethischen Gründen ab. Der Grund: Sie sei nicht artgerecht.

Junge Hunde keinesfalls vegan ernähren

Bei Hunden liegt der Fall ein bisschen anders, da diese einen ganz anderen Bedarf haben als Katzen. "Grundsätzlich kann man einen Hund schon vegan ernähren, ohne ihm zu schaden", so Kröger weiter.

Allerdings müsse eine bedarfsgerechte Versorgung gewährleistet sein. Das gilt allerdings, wie bereits erwähnt, nur für erwachsene Hunde. Junge Hunde dürften keinesfalls vegan gefüttert werden, sie könnten sonst Wachstumsstörungen entwickeln.

Bei kranken Hunden ist dieses im Einzelfall zu prüfen, gegebenenfalls kann bei einem Hund mit starker Futtermittelunverträglichkeit eine vegane Ernährung eine Option sein.

Eine ausgewogene Zusammensetzung ist Voraussetzung

Vegetarische Tierernährung sieht die Expertin etwas weniger problematisch als vegane.

Wenn Milchprodukte und Eier im Futter erlaubt sind, ist eine vegetarische Ernährung grundsätzlich möglich – allerdings wie bei der veganen Ernährung auch nur dann, wenn das Futter eine ausgewogene Zusammensetzung aufweist.

Gleiches gilt übrigens auch für Tiernahrung, die von den Haltern selbst zusammengestellt wird. Auch hier ist ein bilanziertes und ausgewogenes Menü Voraussetzung, um Mangelerscheinungen zu vermeiden.

Veganes oder tierisches Futter? Letztlich müssen Hundehalter selbst entscheiden, wie sie ihren Vierbeiner ernähren wollen. Um ihrem besten Freund jedoch nicht zu schaden, sollten sie sich vor einer Ernährungsumstellung bei ihrem Tierarzt beraten lassen.

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