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Weder Klassenclown noch Schulsprecher: Manche Kinder sind still und fallen kaum auf. Eltern fragen sich dann häufig: Geht mein Sohn oder meine Tochter in der Klasse unter? Nicht zwangsläufig. Aber ein bisschen Zuspruch kann schüchternen Kindern nicht schaden - nicht nur beim Schulanfang.

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Nach und nach gehen in den deutschen Bundesländern die Ferien zu Ende. Spätestens Mitte September drücken alle wieder die Schulbank. Besonders aufregend ist natürlich, wenn das eigene Kind frisch eingeschult wird. Wohl alle Eltern fragen sich: Wie wird es das neue Leben meistern? Wie wird es sich in der Klasse einfügen?

Es gibt die lauten, rabaukenhaften Kinder. Die, die keine Probleme haben, im Zweifelsfall die Ellenbogen auszufahren. Und es gibt die stillen und schüchternen, die nicht groß auffallen. Vor allem bei ihnen machen sich manche Eltern Sorgen, dass sie es in der Schule schwer haben werden.

Dabei muss Schüchternheit kein Nachteil sein. Mit der richtigen Mischung aus Unterstützung und Vertrauen können Eltern ihren Kindern den Eintritt in die Schule erleichtern.

Die Welt der Kinderbücher ist bunt und immer gibt es ein Happy End. Na ja, fast immer. Denn es gibt auch Autoren, die das Medium Kinderbuch nutzen, um ernste und schwierige Themen anzusprechen.

Konkrete Tipps nehmen Kindern den Druck

Wichtig sind für Kinder kleine, konkrete Tipps, sagt Erziehungsberater Ulric Ritzer-Sachs von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. "Man kann dann zum Beispiel mit dem Kind besprechen, "Komm, wir probieren das jetzt mal aus, dass du dich in der ersten Stunde einmal meldest. Den Rest vom Tag musst du es dann nicht mehr tun."

Laut einer DIW-Studie fällt vor allem eine Gruppe immer mehr zurück.

Hat das Kind es geschafft, sollten Eltern es loben. Wenn es doch nicht geklappt hat, kann man gemeinsam überlegen, was dem Kind beim nächsten Mal helfen könnte. Dabei sollten Mutter und Vater versuchen, möglichst wenig Druck aufzubauen.

Grundsätzlich gehe es darum, die Charaktereigenschaften des eigenen Kindes anzuerkennen, findet die Pädagogin Heidemarie Arnhold vom Arbeitskreis Neue Erziehung: Aus stillen Kindern müssen keine Draufgänger werden. "Die Tatsache an sich, dass ein Kind still ist, ist ja nichts Schlechtes. Das Kind sollte nicht das Gefühl bekommen, etwas stimme nicht mit ihm."

Eltern sollten ihre eigenen Ängste außen vor lassen

Um ein Kind im Schulalltag zu unterstützen, sei es wichtig, es so wenig wie möglich mit eigenen Ängsten zu belasten: "Das Kind merkt, wenn sich die Eltern Sorgen machen. Und wenn sie ihm etwas nicht zutrauen, wie soll sich das Kind das dann selbst zutrauen?", sagt Arnhold. Die meisten Kinder bekommen es problemlos hin, sich in der Klasse zu behaupten.

Entscheidend bei der Einschätzung von Eigenschaften wie Schüchternheit sei das Wohlbefinden des Kindes: Wirkt es unglücklich damit? Oder ist es still, damit aber zufrieden?, fragt Dorothee Möhrle, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Hamburg.

Zu schnell dürfe man das Ganze aber auch nicht abhaken: Ein Kind, das sich nicht behaupten kann, das sich nicht traut, sich einzubringen, sei erst einmal ein Kind, das sein Potenzial nicht wirklich ausschöpfen kann. Laut Möhrle kann das Anlass sein, sich die Situation gegebenenfalls mit professioneller Unterstützung einmal genauer anzusehen.

Kinder ermutigen, nicht enttäuschen

Jedes Kind sollte ermutigt werden, sich Herausforderungen zu stellen, findet Klaus Fröhlich-Gildhoff, Leiter des Zentrums für Kinder- und Jugendforschung in Freiburg. "Das fängt ja bei kleinen Dingen an. Ein Kind geht einen Turm bauen und es klappt nicht. Dann schmeißt es alles in die Ecke, weil es enttäuscht ist. Oder das Kind sieht etwas Spannendes und traut sich nicht, darauf zuzugehen."

Dann sei es wichtig, das Kind zu bestärken und es aufzufangen und nicht nur zu sagen: "Ok, das ist ein Charakterzug meines Kindes, das ist halt so." Die Kunst dabei sei, die Balance zu halten und Kinder weder zu über- noch zu unterfordern.

Vor allem beim Übergang von der Kita in die Schule ist es laut Fröhlich-Gildhoff wichtig, das Kind gut auf die neue Situation vorzubereiten. Das kann durch Gespräche passieren oder dadurch, vorher schon Schulgebäude und Lehrer kennenzulernen.

Freunde und bekannte Kinder vermitteln Sicherheit

Praktisch sei es auch, wenn das Kind mit anderen Kindern aus der Kita gemeinsam eingeschult wird. Das vermittelt Sicherheit. "Eine wichtige Ressource in dem Alter sind andere Kinder", sagt Fröhlich-Gildhoff.

Im Schulalltag sei es häufig so, dass die wilden und draufgängerischen Kinder viel Energie von den Erziehenden und den Lehrern absorbierten. Dadurch geraten schüchterne Kinder leichter aus dem Blick, kritisiert Fröhlich-Gildhoff. Dabei bräuchten gerade die Stilleren viel Zuspruch: "Dieses Zurückhaltendsein ist immer auch ein Stück Not. Man hat Angst, auf die Welt zuzugehen, und diese Not muss ernst genommen werden." (dpa/ncs/af)

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Comments

  1. chris haake

    Wer politisch familienfreundlich handeln will, sollte nicht nur an Kinder, sondern auch an die Älteren denken. Die Vereinbarkeit von Job und Angehörigenpflege steht im Mittelpunkt . Zur familienfreundlichen Gesellschaft gehört auch ein familienfreundliches Arbeitsumfeld. Andere Länder machen es doch vor: Wenn Unternehmen eine Balance zwischen Familie und Beruf ermöglichen, entscheiden sich mehr Menschen für Kinder,davon gehe ich aus. "Die Natur hat dem Manne eine mehr nach außen hervortretende Führung zugemessen, der Frau mehr eine im Vertrauen auf die Kraft des Mannes sich anschmiegende, in Mütterlichkeit sich auf das Innere zurückziehende Rolle als Gefährtin des Mannes. Andererseits hat die Frau und Mutter gerade durch die ihre Eigenart wahrende Liebe eine schier unbegrenzte Macht über das Herz des Mannes und der Kinder. Hört sich altertümlich an aber so haben vor Jahren Familien wunderbar funktioniert. Durch die für sich entgleisende Emanzipation wo der Mann nix mehr zu melden hat,wird das Familienbild für mich zerstört. Jetzt werden wieder die Emanzen auf mich schimpfen.

  2. John Freier

    Schlechte Nachrichten in den Medien und die eventuell daraus resultierende Paranoia, Hysterie und Ängste der Eltern korrelieren u.a. direkt mir dem verhalten der Kinder. Ja, ist leider so.

  3. gillian sater

    Ingrid Kästner, @18, ich glaube nicht das es in Deutschland wieder ein Krieg gibt. Auch wenn ich mich irren sollte, sehe ich kein Grund die Kinder jetzt mit solche Gredanken Angst einzujagen.

  4. gillian sater

    Anne Meyer, @19, das ist das was ich meinte!! Danke!!

  5. Anne Mayer

    Hr.haake,keiner zwingt doch dazu ein Kind mit 6 Monaten in den Kindergarten zu zerren. Unsere waren alle drei erst mit 4 Jahren und auch nur 4 Stunden.Was erwarten Sie denn von der Politik da?

  6. gillian sater

    Chris haake, @17, ja es ist nicht schön mit 6 Monaten in die Kita gebracht zu werden. Aber in vielen Fällen gibt es andere Möglichkeiten, zb das die Eltern ein Baby Jahr machen oder das bei Ehepartnern einer bleibt 3 Jahren zu Hause .Persönlich finde ich es trauig das es solche Fälle gibt.Aber ich frag mich auch ob es nicht besser für die Kinder wenn Sie Zeit mit die Eltern verbringen statt die neueste und tollste Sachen zu haben, was in vielen Fällen die Ursache für die Berufstätigkeit der Mutter ist.

  7. Anne Mayer

    Um Kinder zu starken selbstbewussten Menschen zu erziehen sollte man positiv denken und sie nicht in eigene Ängste verstricken

  8. Ingrid Kästner

    @gillian sater.#11/14 . so lange ist es in Syrien, Ukraine, ... gar nicht her, dass die Menschen dort nicht an einen Krieg dachten - und auch in D sollten wir nicht so verblendet sein zu glauben, dass das nicht wiederkommen kann - und es ist nicht förderlich für Kinder, sie in einer völlig konfliktfeien, weltfremden, heilen Welt einzulullen, ... (im Zusammenhang zu # 15) ...

  9. chris haake

    ja aber die Politiker interessiert das nicht, wie es Kindern in Familien geht. Ob die Kinder morgens um 6 aus dem Bett geschmissen werden und bei Wind un Wetter hinter sich hergezergelt, dann in der Kita 8 Stunden verweilen müssen, mit 6 Monaten ist denen doch egal. Sowas nennt sich Familienfreundliche Politik? Da kann ich mich nur fremdschämen als Deutsche in einem ach so reichen Land.

  10. gillian sater

    Ingrid Kastner, @15, natürlich haben Sie recht, jedoch alles zu seiner Zeit (je nach Alter der Kinder) und natürlich die Situation in Deutschland gegenüber andere Länder Positiv bewerten. Es gibt kein Grund in Deutschland Panik zu schieben. Unsere Kinder haben ein so unbeschwerte Kindheit wie Möglich verdient und das liegt an uns!!

  11. Ingrid Kästner

    @gillian sater.#11 . nur positiv Denken (Kopf in den Sand) löst i.a. keine Probleme! . es ist auch keinesfalls besser, wenn die Kinder erst im Erwachsenenalter mit Problemen konfrontiert werden - besser ist es zu zeigen, wie man damit umgehen kann, dass Erwachsene auch Fehler machen können, nicht alles wissen und Kreativität in dieser Hinsicht zu fördern, Zusammenhänge verdeutlichen, ... - da fühlen sich Kinder i.a. für voll genommen (natürlich sollte man das in für die Kinder verträglichem Maße machen - also permanenter Weltuntergangshorror ist natürlich ungesund für die Kinder, aber eine unrealistische Märchen-Heile-Welt aufzubauen - Kinder sind nicht blöd - sie merken instinktiv, wenn man sie hintergeht und veräppelt und das ist viel schlimmer, weckt wesentlich mehr Ängste als man vermutet!-!) ...

  12. gillian sater

    Christian Wolf, @13, Trotzdem leben Sie in Deutschland, wo Sie ein Dach über dem Kopf haben, kein Hunger leiden müssen und kein Bombenhagel über Ihr Kopf haben. Das ist Sicherheit für Sie und Ihre Kinder. Und das ist viel Wert!

  13. *****

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  14. *****

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  15. gillian sater

    Christian Wolf, @2, das sind die Sorgen der Eltern, es müssen nicht die Sorgen der Kinder sein. wenn man einfach Positiv denkt dass Man das Glück hat in Deutschland zu leben und nicht zb in Syrien oder Afrika und dieses die Kinder erzählt, haben die Kinder kein Grund zu Sorge.

  16. Rolf Weber

    Das Leben der Kinder von morgen wird schon hier und heute vermasselt. Sie werden uns die Knochen im Grabe verfluchen, wenn sie die ganzen Fehler unserer heutigen Politiker ausbaden müssen. an ihrer Stelle wäre ich auch eher still und traurig.....

  17. Rolf Assmann

    "Eltern sollten ihre eigenen Ängste außen vor lassen" *************************************** Kinder kann man zwar manipulieren, aber sie nicht ihren Instinkten berauben. Kinder spüren alles. Ähnlich ist es in der Tierwelt.

  18. Ingrid Kästner

    nach meiner Erfahrung hat das Problem oftmals andere Gründe, besonders wenn vorher sehr ambitionierte, interessierte Kinder feststellen, dass die Schule langweilig ist ... bei Interesse siehe ggf. bei MINTiKi ... . und die Gesellschaft nimmt dieses Problem meist nicht ernst, weil es viele Erwachsene nicht nachvollziehen können, aber so verschenken wir wertvolle Ressourcen! ...

  19. Gerd Landgraf

    Da könnt ihr euch ja gegenseitig bejammern, ihr Pfeifen.

  20. Andreas Mahler

    Kein Wunder, dass die Schüler depressiv werden, wenn sie in einem Land leben, das für ihre Zukunft nur noch ein Achselzucken übrig hat. SIE werden die Leidtragenden unseres zusammenbrechenden Sozialstaates sein und zudem für die Schuldenlasten unserer verantwortungslosen Politiker aufkommen müssen!

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