Bunt, quirlig und mit reicher Tradition: Das irische Kilkenny kann mehr als nur Bier.

Der Morgennebel liegt noch über dem Land und die Sonne kämpft sich mit ihren Strahlen langsam durch die Wolkendecke. Eben hat es noch einen starken Schauer gegeben, jetzt ist davon kaum noch etwas zu spüren.

Typisch irisch, dieser abrupte Wechsel von Sonne, Regen und manchmal sogar plötzlichem Hagel. Auf kaum einer Reise zuvor hatte ich so viele Regenbögen gesehen wie in Irland.

Auf Befehl geht das nicht, aber Kilkenny ist auch ohne Regenbogen am Himmel bunt genug. Etwa am irischen Fluss River Nore.

Dort sitzt ein Pärchen in der frühen Sonne und genießt den ersten Kaffee des Tages mit Blick auf den Fluss, der sich am Burgberg entlang der Stadt schlängelt.

Die Burg kommt später, jetzt erstmal ein typisch irisches Frühstück. Was so mancher Ire morgens isst, würde in anderen Haushalten ein stattliches Mittagessen sein: Spiegelei mit ordentlich Speck und Bratkartoffeln.

Gerne davor oder danach auch noch ein echtes Porridge, warmer Milch-Haferbrei und dazu natürlich starker, schwarzer Tee.

Ältester Pub Irlands

Das stärkt auf jeden Fall für eine Stadtbesichtigung, denn die dauert in Kilkenny garantiert etwas länger.

Nicht nur, weil der mittelalterliche Stadtkern so gut erhalten ist, sondern auch die Kultur von kleinen Geschäften und Kneipen ist dort noch zu finden ebenso wie so manche Tradition.

Sankt Peter-Ording ist weitaus mehr als ein Kurort und keinesfalls spießig.


Am Ufer des Flusses Nore liegt der wohl älteste Pub Irlands. Mit blauer Front lädt "Tynan's Bridge House" seine Gäste ein.

Der Pub wurde schon im Jahre 1703 gegründet und schenkt noch heute an der hufeisenförmigen, traditionell irischen Bar Bier und Guinness aus. Besonders am Mittwoch, wenn es Livemusik gibt, ist der Pub einen Besuch wert.

Und mit noch einer sehr traditionsreichen Gaststätte rühmt sich die irische Stadt: "Kyteler's Inn" bekocht schon seit dem 14. Jahrhundert die Kelten. Das Steinhaus liegt in einer engen Gasse und ist auch als Hexenhaus bekannt.

Die einstige Besitzerin Alice Kyteler soll ihre vier Ehemänner nacheinander ermordet haben. Das klingt ganz schön schaurig.

Drinnen geht es aber hell und freundlich zu, dort erstreckt sich die Gastronomie über drei Etagen und erfreut mit viel Livemusik das Publikum.

Irische Geschichte geht aber auch weniger mysteriös. Das 400 Jahre alte "Rothe House" wurde zu einem Heimatmuseum umgebaut.

Die offenen Kamine, das riesige Hirschgeweih sowie der Garten geben Einblick in das damalige Wohlstandsleben.

Charme der Kathedrale

Entlang der bunten Häuserfronten geht es anschließend zur Marienkathedrale. Obwohl der Platz nur wenige Schritte von der Innenstadt entfernt ist, strahlt er eine ganz eigene Ruhe und Andächtigkeit aus.

Der neugotische Bau wurde im Jahr 1843 begonnen und selbst während der großen Hungersnot im Land fortgesetzt.

Älter ist die Sankt-Cainnech-Kathedrale, sie stammt aus dem 13. Jahrhundert und gilt als bedeutsamste mittelalterliche Kirche des Landes.

Beeindruckend ist auf jeden Fall der außerhalb liegende Rundturm mit seinem Panoramablick auf die Umgebung.

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Zwischen alten Burgen und Kathedralen

Die Geschichte der Stadt lässt sich an vielen Stellen bewundern. Zahlreiche alte Gemäuer laden zur Zeitreise durch Kilkennys Historie ein.

Nach Kilkenny kommt man heute weniger wegen der Gotteshäuser, sondern vielmehr aufgrund des berühmten Bieres. Das allerdings, so lernt der Besucher schnell, heißt nur außerhalb Irlands wie die Stadt.

Im Lande selbst ist es eigentlich unter Smithwick's bekannt, dem Namen der Brauerei, die bis heute in der Stadt existiert.

Nicht nur für Nachtschwärmer, sondern auch für Kultur- und Kunstsinnige hat Kilkenny etwas zu bieten.

Etwa das Kilkenny Castle, das zwar schon im 14. Jahrhundert errichtet wurde, aber sein heutiges Aussehen bei der umfassenden Sanierung um 19. Jahrhundert bekam. Wie ein Wächter thront es über der Stadt.

Und wem der irische Regenbogen entgangen sein sollte - im Brunnen des Parks fächert sich das Sonnenlicht in Spektralfarben auf. Es muss ja nicht immer die große Variante sein.

Während das Schloss mit stattlicher Eleganz lockt, geht es auf der gegenüberliegenden Straßenseite quirlig zu. Dort befindet sich das Design-Center der Stadt mit vielen Ateliers, in denen Silber- und Goldschmiede, Töpfer, Glaskünstler und ein Café zu finden sind.

Egal ob Café, Pub oder Gasthaus: Livemusik steht auch hier wie fast überall in Irland auf dem Programm. Wer mehr über Irland wissen möchte, bekommt Informationen beim irischen Fremdenverkehrsamt.

Andrea Lammert ist Journalistin und bloggt auf www.indigo-blau.de. Als Autorin arbeitet sie für verschiedene Verlage und schreibt für Tageszeitungen und Magazine.


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