Wie viele Menschen haben Zugang zu sauberem und sicherem Wasser? Woher bekommen sie es und wie viel müssen sie dafür zahlen? Die Weltgesundheitsorganisation WHO und das Kinderhilfswerk UNICEF haben ihren aktuellen Report zur weltweiten Versorgung mit sauberem Trinkwasser veröffentlicht. Fünf Fakten dieser überlebenswichtigen Ressource rücken dabei besonders in den Fokus.

Seit 1990 untersuchen die Weltgesundheitsorganisation WHO und UNICEF in dem "Joint Monitoring Programme for Water Supply and Sanitation" (JMP) die globalen, nationalen und regionalen Fortschritte im Bereich der Wasserversorgung.

Ihr neuester Bericht zeigt einen detaillierten und beunruhigenden Blick auf die heutige Situation und untersucht, inwiefern die Ergebnisse sich mit dem Ziel einer weltweit gerechten Versorgung mit sauberem Wasser vereinen lassen. Dabei wurde berücksichtigt, dass es noch Lücken in den Daten gibt, da die Teams nicht überall Zugang zu Informationen haben.

1. Fakt: Hohe Ungleichheit in Wasserversorgung bleibt

Seit 1990 haben 2,6 Milliarden mehr Menschen Zugang zu einer "verbesserten" Trinkwasserversorgung erlangt. Das bedeutet, das die Wasserquelle vor Verunreinigung geschützt wird. Dennoch tranken 2015 noch immer 663 Millionen - das ist einer von zehn Menschen - Wasser aus einer unsicheren Quelle. Klimawandel, Bevölkerungswachstum und Industrie tragen ihren Teil zu diesem Effekt bei.

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Immense Ungleichheit herrscht dabei zwischen den Ländern. In 41 Ländern hat ein Fünftel der Bevölkerung kein unbedenkliches Wasser zur Verfügung. Beinahe die Hälfte der Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, lebt in Afrika südlich der Sahara; acht von zehn Personen wohnen in ländlichen Gegenden. Außerdem klafft eine große Lücke zwischen arm und reich.

2. Fakt: Sammeln von Wasser eine hohe Belastung

Wasserhahn auf, Wasser kommt raus? Insbesondere für die Menschen südlich der Sahara ist die Situation nicht ganz so einfach. Sie müssen sich täglich auf einen weiten Weg machen, um Wasser zu sammeln und ihren Bedarf zu decken. Wenn sie Glück haben, dauert die Suche nur eine Stunde. In Gegenden wie Äthiopien, die von Dürre heimgesucht werden, kann dies oft die ganze Nacht andauern.

Ein weiterer Aspekt kommt hinzu: In fast allen Ländern sind Frauen und Mädchen für die Suche nach Wasser zuständig. Diese ist nicht nur körperlich belastend, sondern auch mit den Themen Armut, Gesundheit, Ausbildung und Gleichberechtigung verbunden.

3. Fakt: Nicht jedes Land hat täglich Wasser zur Verfügung

Die Studie hat herausgefunden, dass es in vielen Gegenden nicht den ganzen Tag beziehungsweise nicht jeden Tag Wasser gibt. Hier variiert die Verfügbarkeit stark zwischen den Ländern, aber auch innerhalb der Länder selbst. Tatsächlich haben sehr wenige Länder eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung.

Jein, sagen Experten - obwohl es schon vielen das Leben rettete.

Beispiel Südafrika: In einigen Provinzen hatten 60 Prozent der Haushalte für zwei oder mehr Tage kein Leitungswasser. 2014 traf dies auf jeden fünften Haushalt zu - ein dreimal höherer Prozentsatz als in anderen Regionen des Landes.

4. Fakt: Verunreinigung bleibt ein großes Problem

Um als sichere Quelle zu gelten, muss das Wasser frei von Krankheitserregern und einer hohen Belastung mit gesundheitsschädlichen Substanzen sein. Weltweit bleiben E.coli-Bakterien das größte Verunreinigungsproblem.

Denn selbst, wenn eine Quelle als sicher gilt, kann Grundwasser oder auch der Transportbehälter verseucht sein. So zum Beispiel in Nepal: Dort gelten 91 Prozent der Trinkwasserquellen als sicher. E.coli-Bakterien konnten dennoch nachgewiesen werden.

5. Fakt: Die Preise für Wasser variieren

Wie viel kostet eine Flasche Wasser im Supermarkt? Wie hoch sind die monatlichen Wasserkosten? Studien zu Einkommen und Ausgaben gewähren gute Einsichten und lassen erkennen, dass auch hier wieder starke Unterschiede zwischen den Ländern herrschen.

Für viele Menschen ist der Kauf von sauberem Trinkwasser nicht bezahlbar. In Tansania geben beispielsweise zehn Prozent der Bevölkerung mehr als fünf Prozent monatlich für Trinkwasser aus.

Die volle Studie können Sie hier downloaden.

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