Loading...
Loading...
Seit dem Frühling des Jahres 2014 erklingt ein dreistimmiges Geläut g'-b'~d'' aus dem wuchtigen Kirchturm der Leonhardikirche in Gaisbeuren. Eine moderne Glocke der Glockengießerei Bachert [1] ergänzt seither die Nachkriegsglocke [2] und die spätgotische Glocke [3], die bis 2014 das Geläut bildeten. 

Programm:
0:45 Glocke 3: des'' - Oberschwäbische Gießhütte - 1503
2:25 Glocke 2: b' - Glockengießerei Kurtz - 1954
4:30 Glocke 1: g' - Glockengießerei Bachert - 2013

6:00 Vollgeläut
6:50 Vollgeläut außen

Aus dem Jahr 1503 stammt die älteste Glocke in Gaisbeuren [3]. Woher diese Glocke stammt kann dabei nicht zweifelsfrei geklärt werden. Optisch zeigt sich die Glocke sehr ähnlich den Glocken der Biberacher Gießhütte zu jener Zeit. Aufgrund von Aufzeichnungen ist jedoch anzunehmen, dass die Glocke aus Ulm oder Umgebung stammt. 
Nach dem Krieg wurde das Geläut wieder auf zwei Glocken vervollständigt. In Stuttgart goss die Glockengießerei Kurtz eine Glocke [2], die zusammen mit der historischen Glocke [3] 60 Jahre lang im historischen Glockenstuhl aus dem 16. Jahrhundert hing [7:25]. 
Im Jahre 2012 wurde im Rahmen einer umfassenden Glockenstuhl und Turmsanierung die Beschaffung einer zusätzlichen großen Glocke ins Auge gefasst. Die Verantwortlichen der Gemeinde wünschten sich dabei eine Glocke der Gießerei Grassmayr. Aufgrund von Einwänden seitens der Diözese wurde schlussendlich dann doch eine Glocke der Gießerei Bachert geordert. Diese Glocke ist in leichter Rippe gegossen und dominiert das Geläut daher nicht übermäßig. 
Da der historische Glockenstuhl marode ist und ihm die Belastung der neuen Glocke nicht mehr zugemutet werden konnte, entschlossen sich die Verantwortlichen zu einem Neubau eines Glockenstuhls auf der Höhe der Schalläden. Der historische wurde in der oberhalb liegenden Etage belassen und kann besichtigt werden. Federführend für die Holzarbeiten war die Zimmerei Luib - Bad Saulgau. 

Wie ihr Äußeres bereits verrät, ist die Leonhardskirche zu Gaisbeuren eine ehemalige Wehrkirche und ist gute 900 Jahre alt. Der Turm ist vermutlich sogar noch etwas älter. Besonders erwähnenswert sind die Fresken aus dem Jahre 1460 und die spätgotischen Altarfigurengruppe im Innenraum.

Ich möchte mich bei den Verantwortlichen der Gemeinde Gaisbeuren für die Ermöglichung dieser Aufnahme herzlich bedanken ! 

Comments

Leave a Reply